Schulangst entgegenwirken

Schulangst

Keine Angst vor Schule – was Eltern tun können

Vor allem schulische Überforderung machten die Mediziner, auf dem letzten Kongress des schulischen Berufsverbandes, für die Zunahme psychischer Probleme von Kindern und Jugendlichen verantwortlich. Eltern und Pädagogen würden zunehmend Druck auf die Ärzte ausüben, Medikamente zu verordnen. Neben der verkürzten Gymnasialzeit (G8) und der Benotungskultur sehen Soziologen aber auch hausgemachten Druck als Gefahrenquelle.
Eine vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebene Studie „Eltern-Lehrer-Schulerfolg“ fand heraus, dass sich immer mehr Eltern für den Schulerfolg ihrer Kinder verantwortlich fühlen – und diese unter Druck setzten. 75 % der befragten Eltern gaben an, dass Schule ein Reizthema sei, welches oft das Familienklima vergifte!

Der Soziologe Heinz Bude führt diesen Druck auch auf eine neue „Statuspanik in der gesellschaftlich Mitte“ zurück. Während die Elterngenerationen ohne elterliche Hilfe ihre Hausaufgaben erledigten und auf die nächstgelegene Schule geschickt wurden, werde das Kind heute, notfalls über handverlesene Schulen zum Abitur getragen, um einen sozialen Abstieg zu verhindern, wie Bude in seinem Buch „Bildungsdruck“ schreibt. Kinder lernten für die Schule in einem Klima der Angst.

Ängste bzw. Prüfungsangst kann auch ein Symptom sein. Zum Beispiel wenn Kinder sich ausgegrenzt fühlen, da sie nicht mit der Klasse mithalten können.
Der Bedarf an Hilfsangeboten wächst.
Fernschulen, die ursprünglich für Kinder gedacht waren, die viel unterwegs sein müssen (aus sportlichen oder künstlerischen Gründen), werden immer mehr von Kindern mit psychischen Problemen angefragt. Schulen die speziell für Kinder mit Schulangst eingerichtet wurden, haben inzwischen Wartelisten, wie z.B. die vor zwei Jahren gegründete Wartenbergschule in Göppingen.

Doch was sollen die Kinder tun, die nicht mehr schlafen können, die Panikattacken oder körperliche Beschwerden äußern? Wohin mit all ihrer Not, die oft viel zu spät von Eltern oder Lehrern erkannt oder falsch gedeutet wird?
Beobachten sie ihr Kind und lassen Sie ihre eigenen Ängste los. Verabschieden sie sich von Ihrem Ehrgeiz oder der unbegründeten Sorge, dass ihr Kind ohne Abitur oder einen „vernünftigen Schulabschluss“ keine guten Berufsaussichten hat. Schon diese Überzeugung, regelmäßig wiederholt, raubt einem Kind mit schulischen Schwierigkeiten, sein Selbstvertrauen und den Glauben an sich. Es sieht sich in der unüberwindbaren Rolle eines zukünftigen Versagers, ohne Zukunftsaussichten. Wer meint, diese Panikmache sei nützlich für sein Kind, bewirkt genau das Gegenteil. Am Ende sind alle unglücklich und unzufrieden.

Verantwortungsbewusste Elternschaft sollte bedeuten, sein Kind in Liebe anzunehmen und die eigenen Vorstellungen, wie das Kind zu sein hat, zurückzuschrauben. Machen sie nicht den Fehler sich mit Ihrem Kind zu identifizieren. Stehen sie zu Ihrem Kind und helfen sie ihm, ein erfolgreicher und glücklicher Erwachsener zu werden. Indem sie seine, ihm eigenen Talente, fördern und unterstützen aber nichts erzwingen, was nur ihre elterliche Vorstellung befriedigt.
Letztendlich ist es doch am wichtigsten, dem Kind eine glückliche Kindheit geschenkt zu haben sowie den Glauben an sich selbst. Und das sichere Gefühl, dass es als Mensch und Persönlichkeit geliebt wird, ohne Bedingungen.
Vermitteln sie Ihrem Kind, dass sie an es glauben und schenken sie ihm ihr Vertrauen, dass es die Zukunft meistert.
Seien sie für es da, wenn es sie braucht, aber überfordern sie es nicht.
Zeigen sie ihm Ihre bedingungslose Liebe aber halten sie es nicht fest.
Gestehen sie sich Ihre eigenen Ängste oder ihre Überforderung ein und holen Sie sich ggfs. professionelle Hilfe.

Dann kann ihr Kind ohne Angst zur Schule gehen.

 

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