Dankbarkeit ist Wertschätzung

human-111856_640    Dankbarkeit lässt bewusster leben

Vor kurzem streikte meine Spülmaschine:
Ich drückte auf den Startknopf, der das Spülprogramm in Gang setzen sollte. Doch der Startknopf zeigte keinerlei Wiederstand sondern fiel sang und klanglos durch die kleine Öffnung, in der er normalerweise seinen Platz hatte.
Ich konnte mir das nicht erklären und versuchte, ihn mit allerlei spitzen Gegenständen wieder an die Oberfläche zu befördern. Doch es war sinnlos. So war ich gezwungen, die randvoll bepackte Spülmaschine wieder auszuräumen und das Geschirr von Hand zu spülen. Mein Abend war verdorben. Und da die Spülmaschine dieses Mal kein sauberes Geschirr lieferte, roch es auch entsprechend unangenehm aus ihrem Inneren.

Ich beschloss, am nächsten Tag die Tür aufzuschrauben um nachzusehen, wo denn der Startknopf geblieben war. Bevor ich den teuren Kundendienst kommen ließ, wollte ich lieber vorher wissen, ob ich eventuell schon an die Neuanschaffung einer Spülmaschine denken sollte. Was das wohl alles wieder kosten würde?
Erst im Sommer hatte meine alte treue Waschmaschine den Geist für immer aufgegeben. Sie hatte mir beinahe 14 Jahre gedient. Obwohl sie rumpelte und umherlief während der Schleudergänge, lieferte sie noch immer recht saubere Wäsche. Ich musste halt ein wenig auf die Zeiten achten, während sie lief.
Aber die Spülmaschine war ja noch nicht alt gewesen!

Ich schraubte sie auf und konnte es kaum glauben: Die kleinen Halterungen links und rechts, die den Startknopf in seiner Position hielten, waren beide abgebrochen. Sie waren aus derart dünnem Plastik, dass man schon eine absichtlich eingebaute Sollbruchstelle vermuten kann. Zwei Ersatzteile mit einem geschätzten Endwert von maximal einem Euro! Dafür den Kundendienst, mit Anfahrt, Austausch und Montage von ca. 150,- € und einer Wartezeit von ca. 3 Tagen?
Ich besorgte einen Sekundenkleber und hoffte, dass mein Vorhaben glückte.

Die Hoffnung erfüllte sich. Ich schraube den Deckel der Spülmaschine wieder zu, räumte das neu angesammelte, schmutzige Geschirr aus dem Spülbecken in ihr Inneres, legte ein Spültab dazu und drückte ganz vorsichtig auf den Startknopf. Dieser zeigte erheblichen Wiederstand – und die Spülmaschine fing an das Spülprogramm zu starten…

Ich war so glücklich und dankbar, wie schon lange nicht mehr.
Ich schätze es, der Spülmaschine meinen Abwasch zu hinterlassen, da ich meine, nicht vergessen zu haben, wie viel Zeit ich früher damit beschäftigt war. Außerdem stapelt sich seither nie mehr schmutziges Geschirr im Spülbecken.
Doch nach diesem Vorfall ist es mir wieder richtig bewusst, was so ein profanes Küchengerät an Zeit und Arbeit spart.

Denke ich weiter, dann fällt mir ein: Das ginge ja nicht wirklich, wenn wir keinen Strom hätten.
Aber der Strom ist ja noch selbstverständlicher als ein Haushaltsgerät! Oder macht sich schon mal jemand Gedanken, wie es wäre, wenn wir keinen Strom mehr zur Verfügung hätten? Wir ärgern uns höchstens, wenn die Stromrechnung mal wieder „viel zu hoch“ ausfällt. So viele, für uns selbstverständlich gewordenen Dinge, sind vom Strom abhängig…..
Wie sieht das aus mit Kleidung, Essen usw. ? Wie selbstverständlich kaufen wir uns Kleidung und andere Konsumgüter, oder essen während wir uns nebenbei mit ganz anderen Dingen beschäftigen.
Wie selbstverständlich nehmen wir unsere Gesundheit. Wir wissen sie erst zu schätzen, wenn wir krank sind.

Dankbarkeit ist gelebte Wertschätzung.
Dankbarkeit lässt mich bewusster leben.
Wenn ich in Dankbarkeit (gegenüber dem so scheinbar Selbstverständlichen) lebe, dann lebe ich achtsam, lebe ich bewusst.
Bewusst wahrnehmen was mir das Leben schenkt ist Dankbarkeit.
Und ein Weg zum Glücklichsein.

 

 

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