Therapiekosten selbst bezahlen?

Heilpraktiker für Psychotherapie erbringen versicherungssprachlich keine Psychotherapie sondern eine Heilbehandlung, die sich auf den seelischen Bereich bezieht.
Dafür haben sie eine Zulassung nach dem Heilpraktiker-Gesetz.

 

Warum es von Vorteil sein kann, die Therapiekosten aus eigener Tasche zu bezahlen

So schön es ist, wenn Ihre Kosten für psychotherapeutische Leistungen von der Kasse übernommen werden, so unangenehm und teuer kann Ihnen diese Inanspruchnahme der Kranken-Versicherung später zu stehen kommen.
Grundsätzlich werden die Kosten für psychotherapeutische Leistungen nur dann von der Kasse übernommen, wenn vom Arzt, Psychologen oder Heilpraktiker eine Diagnose gestellt wurde.
Erst diese Diagnose begründet eine psychotherapeutische Behandlung.
Versicherungstechnisch muss also eine sogenannte “psychische oder psychiatrische Erkrankung” vorliegen, damit die Kranken-Versicherung für diese Behandlungskosten aufkommt.

Was ist daran schlecht? Schließlich hat man ja dafür eine Versicherung.

Wenn Ihre Kranken-Versicherung auch nur einmal die Kosten für psychotherapeutische Leistungen übernommen hat, dann sind Sie bei der Versicherung als “psychisch erkrankt” bzw. “psychisch vorerkrankt” erfasst.
Selbst Liebeskummer erhält einen Diagnoseschlüssel (z.B. F43.2 für die sogenannte Anpassungsstörung) wenn Sie darüber mit einem Psychotherapeuten sprechen und dieses Gespräch von der Kasse bezahlt werden soll. Und wer während seines Studiums vielleicht zwei, drei Therapiesitzungen wegen Prüfungsangst genommen hat, wird von den Versicherern in die gleiche Schublade gesteckt.

Sie können davon ausgehen, dass diese Tatsache in den Datenbanken der Versicherungen auf lange Zeit abgespeichert bleibt. Und das bedeutet für Sie in der Regel folgendes:

1) Wollen Sie in eine private oder zu einer anderen privaten Krankenkasse wechseln, dann wird das nur noch schwer möglich sein. Als sogenannter “psychisch Vorerkrankter” sind Sie nun ein Risikopatient, der entweder gar nicht oder (und das ist schon die Ausnahme) nur zu deutlich höheren Versicherungsbeiträgen aufgenommen wird. Risikoaufschläge von 100,- Euro oder mehr pro Monat sind dann ohne weiteres möglich. Rechnen Sie einmal aus, was da in den kommenden Lebensjahren oder Lebensjahrzehnten auf Sie zukommen kann.
Siehe ►Stiftung Warentest

2) Mancher möchte sich zusätzlich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer Krankentagegeld-Versicherung absichern. Das kann eine  durchaus sinnvolle Sache sein. Eine “psychische Vorerkrankung” stellt hierfür aber ein absolutes Ausschlusskriterium dar. Sie werden eine solche Versicherung in der Regel nicht mehr abschließen können.
Siehe ►Deutsches Ärzteblatt

3) Vielleicht wollen Sie auch eine Lebensversicherung abschließen. Vielleicht “müssen” Sie sogar eine Lebensversicherung abschließen. Das kann möglich sein, wenn beispielsweise Ihre Bank zur Absicherung des gewünschten Kredites für Ihr Eigenheim eine Risikolebensversicherung verlangt.
Auch für Lebensversicherungen gilt: eine “psychische Vorerkrankung” ist ein Ausschlusskriterium!
Keine Lebensversicherung – kein Kredit.

Diese drei Beispiele sollen einmal genügen.

Vor dem Verschweigen einer “psychischen Vorerkrankung” sei an dieser Stelle ausdrücklich gewarnt. Sie begehen damit eine “Anzeigepflichtverletzung”. Da Sie vor dem Abschluss einer dieser o.g. Versicherungen Ihre Ärzte, Ihre Behandler und auch Ihre Vorversicherungen von der Schweigepflicht entbinden müssen, können Sie davon ausgehen, dass eine “psychische Vorerkrankung” dem Versicherer sehr schnell bekannt wird.
Das hat dann in aller Regel einen Leistungsausschluss bzw. das Ende der Versicherung zur Folge.

Wenn Sie psychotherapeutische Leistungen in Anspruch nehmen wollen, sollten Sie also gut überlegen, ob Sie diese über eine Krankenversicherung abrechnen wollen oder ob Sie das Honorar privat bezahlen.

Sollten Sie eine Therapie bei mir in Betracht ziehen, erstelle ich auf Wunsch gerne einen ungefähren Therapie- u. Kostenplan. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam einen Weg finden, wie sie  für die anfallenden Therapiekosten aufkommen können.

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